Mit der Wintersonnenwende am 21.12. beginnt die Zeit der Raunächte. Um diese Raunächte ranken sich viele Mythen, Geschichten, Sagen und Märchen. Man bezeichnet diesen Zeitraum auch als „zwischen den Jahren“. Diese Bezeichnung hat wahrscheinlich ihren Ursprung in der Differenz zwischen dem Mondjahr, das 354 Tage hat, und dem Sonnenjahr mit seinen 365 Tagen. An diesen 11 Tagen bzw. während dieser 12 Nächte ruhte quasi das Leben.
Bereits mit den sogenannten Lostagen am 24.11. , den Katharinentag, 30.11, den Andreastag, 04.12., den Barbaratag, 06.12., den Nikolaustag, 21.12., den Thomastag bzw. die Wintersonnenwende beginnt die Einstimmung auf die Raunächte. In dieser Zeit werden die Schatten noch länger die Nächte noch dunkler und unheimlicher. Als es noch keine elektrische Beleuchtung gab, bevorzugten die Menschen sich in ihre Häuser zurück zu ziehen und sich im engsten Familienkreis zu wärmen und Geschichten zu erzählen.
Die eigentlichen Raunächte beginnen mit dem Sonnenuntergang am Heiligen Abend und enden mit dem Sonnenaufgang am 06.01.. Warum beginnen sie nicht schon am 21.12.? Wenn die Sonne an ihrem Wendepunkt angekommen ist, haben wir den kürzesten Tag und die längste und dunkelste Nacht. An den drei darauffolgenden Tagen sind die Änderungen des Sonnenstandes kaum zu spüren, so dass man den Eindruck hat, dass die Sonne bzw. die Zeit stillsteht. Erst ab dem 24.12. werden die Tage in ganz kleinen Schritten wieder länger.
Die Hauptthemen der Raunächte sind Licht, Schatten und Dunkelheit. Dabei geht es nicht nur um die physikalischen Zustände, sondern auch geistige Qualitäten. Die dunkle Zeit ist bestens dazu geeignet selber in sich zu gehen und sich zu besinnen, achtsamer und aufmerksamer zu sein. Achtsamer zu werden bedeutet auch, seine Sinne zu schulen und zu schärfen. Lange Schatten als Kontrast zum Licht können auch Dinge sein, die wir in unser Unterbewusstsein verbannt haben. Daher ist es die Zeit das vergangene Jahr zu reflektieren und die ins Unterbewusstsein verbannten Dinge wieder ans Licht zu holen und genauer zu betrachten. Einen nicht unerheblichen Schatten hat in diesem Jahr die Corona-Pandemie auf unsere Lebenswirklichkeit geworfen. Gerade hinsichtlich der durch die Corona-Pandemie erfahrenen Ängste, Einschränkungen und ggf. Verluste aber auch neue Chancen und Erfahrungen können durch eine intensive Reflexion ein guter Ausgangspunkt für den Start ins neue Jahr bedeuten. Das Licht in diesem Zusammenhang steht für Hoffnung aber auch für die Energie für einen Neustart. Man könnte es auch so verstehen, dass man seine persönlichen Ziele, Wünsche und Träume auf seinen Lebensplan neu ausrichtet und auf diese Weise seinen Lebenswille bekräftigt.

Jede dieser 12 Raunächte ist einen Monat des folgenden Jahres zugeordnet und hat ein eigenes Thema:
1. Raunacht 24./25.12. Sie steht für den Monat Januar und ihre Themen sind Rückschau auf das vergangene Jahr, Familie, Herkunft und Ahnen. Dieser Tag ist günstig, um sich Gedanken zu machen was man mit ins neue Jahr nehmen oder wovon man sich trennen möchte. Wenn man meditieren möchte, kann man den Schwerpunkt auf sein Wurzel-Chakra ausrichten.
2. Raunacht 25./26.12. Sie steht für den Monat Februar und ihre Themen sind Intuition, höheres Selbst, innere Führung, kurz es geht um Selbstverwirklichung. Hier geht es um den Zugang zu unserem Lebensplan, seine Talente und Fähigkeiten zu erkennen und auszuschöpfen. Also seinen inneren Lehrer zu erkennen und dadurch Klarheit und Zentriertheit zu erfahren. Beim Meditieren steht hier das Kronen-Chakra im Vordergrund.
3. Raunacht 26./27.12. Sie steht für den Monat März. Es ist Aufbruchstimmung und der Frühling steht vor der Tür. Die Natur hat ihre Kräfte gesammelt und ist bereit für neues Leben. Die Hauptthemen der 3. Raunacht sind Herzensangelegenheiten, also Beziehungen jeglicher Art: Partnerschaft, Freunde, Arbeitskollegen usw. Es geht aber auch um Herzenswünsche. Was erfreut mich und was raubt mir Energie? Bei der Meditation steht hier das Herz-Chakra im Vordergrund.
4. Raunacht 27./28.12. Sie steht für den Monat April. Ihre Themen sind Auflösung und Transformation. In der Natur entsteht aus einen Saatkorn ein kleines Pflänzchen. In uns steht es für Reinigung bzw. Bereinigung. Hier geht es darum Dinge oder Verhaltensmuster, die mich behindern oder stören in eine positive Variante umzuformen und das nicht gewünschte in einer (imaginären) Flamme zu verbrennen. Dies kann z. B. im Rahmen einer Meditation erfolgen.
5. Raunacht 28./29.12. Steht für den Monat Mai. In der Natur explodiert das Leben. Wärmeliebende Pflanzen werden gepflanzt bzw. treiben neu aus. Die Hauptthemen dieser Raunacht sind Freundschaft und Selbstliebe. Erst die Selbstliebe ermöglicht es richtig aufzublühen. An dieser Stelle ist auch zu fragen was einen blockiert und wie man dieses aus seinem Leben verbannen kann.
6. Raunacht 29./30.12. steht für den Monat Juni. In der Natur steht alles in Blüten und die ersten Früchte reifen. Themen dieser Nacht sind erneut Bereinigung und Loslassen. Hier geht es um das Erkennen von Widerständen, diese bewusst anzusehen, sie als Geschenk anzuerkennen, wertzuschätzen um sie dann liebevoll zu verabschieden. Dies ist quasi wie das Unkraut jäten oder das Vereinzeln der Saat. Hilfreich ist hier eine reinigende Chakrenmeditation mit einen leichten Schwerpunkt auf das Herz-Chakra.
7. Raunacht 30./31.12. steht für den Monat Juli. Die Natur steht in voller Kraft. Die Erntezeit beginnt. Der Boden will genährt und gepflegt werden. Diese Nacht steht ganz im Zeichen auf der Vorbereitung auf das kommende Jahr. Hier kann man wieder eine Chakrenmeditation zur Öffnung und Reinigung machen. Auch äußerlich kann man ein Bad nehmen und alles Alte abwaschen. Hier will aber auch die Seele – oder anders ausgedrückt „die inneren Kinder“ gehört werden, weshalb man achtsam lauscht und man sich liebevoll um sich selbst kümmert. Träume, Wünsche, Projekte, Gedanken, Ideen aber auch Demütigungen, Verletzungen, Schmerzen und traurige Erinnerungen werden liebevoll betrachtet und angenommen.
8. Raunacht 31.12/01.01. entspricht dem Monat August. Die Natur hat ihre maximale Kraft erreicht und das erste Saatgut fürs nächste Gartenjahr ist ausgereift . Diese Raunacht steht für Neubeginn und die Geburt des neuen Jahres. Hier geht es um das Entdecken der ureigenen Kräfte in unserem Inneren, unserer Intuition. Durch sie in Verbindung mit unserem Tun im Hier und Jetzt erfahren wir Glück. Der achtsame Umgang mit der Umwelt ermöglicht das Sehen von kleinen Wundern.
9. Raunacht 01./02.01. entspricht dem Monat September. In der Mythologie öffnet sich hier die Pforte zur Anderswelt. Diese Nacht steht für Gold, Licht, innere Mitte. Hier geht es um das Erkennen der Essenz unseres Seins, das Spüren unserer inneren Mitte. Diese finde ich, wenn Körper, Geist, Seele und Gefühle eine Einheit sind. Die dafür erforderliche Klarheit erreiche ich durch Ordnung und Struktur. Hier kann eine Meditation mit Schwerpunkt auf das Kronen-Chakra unterstützten.
10. Raunacht 02./03.01. korrespondiert mit dem Oktober. Hier wird auch Erntedank gefeiert. Diese Nacht steht für Visionen und der Verbindung mit dem Göttlichen. Hier gilt es Herz und Seele für das Spirituelle zu öffnen. Den tiefen, inneren Frieden erfahren wir, wenn absolute Harmonie zwischen der inneren und äußeren Welt besteht. Eigenverantwortung, Dankbarkeit, Zufriedenheit, aber auch das richtige Maß zu finden sind hierfür die Werkzeuge.
11. Raunacht 03./04.01. entspricht dem Monat November. Die Natur bereitet sich auf die Winterruhe vor. Hauptthemen für diese Nacht sind Loslassen, Abschied nehmen und Beschäftigung mit dem Tod. Hier geht es um das Erkennen des inneren Kerns. Durch unseren Lebensstil werden wir von allen Seiten beeinflusst und verblendet. Es werden Wünsche und Begierden durch Konsumkonzerne geschürt, die letztlich Leere, Unzufriedenheit, Neid, Egoismus fördern und Leid in uns verursachen. Der Ausweg aus diesen Leid führt über Bescheidenheit, Zufriedenheit, Wertschätzung und Dankbarkeit im achtsamen Hier und Jetzt. Nur wenn man nichts festhält und Altes gehen lässt kann Neues entstehen oder kommen.
12. Raunacht 04./05.01. entspricht dem Dezember. Der Jahreskreis schließt sich. Dieser Tag steht für Räuchern, Reinigen und Gnade. Hier geht es darum wahrhaftig und aus voller Seele leben zu wollen. Sich nochmal richtig zu verwurzeln, damit wir mit beiden Füßen fest am Boden und im Leben stehen und unser Leben nach unseren Vorstellungen verwirklichen.
Für jede dieser Nächte gibt es Rituale und Bräuche, die helfen Antworten auf diese Fragen zu den einzelnen Themen zu finden. Dazu gehört das Räuchern, Lagerfeuer, Erstellen und Verbrennen von Wunschzetteln und Zettel mit Dingen, die wir loslassen wollen, Runen, Tarot- oder Orakelkarten, das Schreiben eines Traum- oder Raunachttagebuch. Auch Phantasiereisen und Meditationen helfen Antworten zu finden.
Es wird empfohlen an jeden dieser Tage Erlebnisse, Gedanken, Ideen usw. zu notieren, um dann zu sehen, wo Chancen und Entwicklungspotenziale zu finden sind.


Hast Du noch Fragen und Anregungen, dann lasse es mich bitte wissen: