Schlagwort: Effektive Mikroorganismen

  • Tulsi-Basilikum, das sog. Heilige Basilikum

    Tulsi-Basilikum, das sog. Heilige Basilikum

    Yoga und Ayurveda

    Seit vielen Jahren praktiziere ich Yoga und dabei ist es unabdingbar, dass ich früher oder später auch mit dem Ayurveda in Kontakt kommen musste. Yoga und der Ayurveda sind zwei eng miteinander verbundene Disziplinen. Für viele Menschen bedeutet Yoga einfach nur körperliche Übungen, die den Körper stärken, dehnen und entspannen sollen. Dabei sind die Asanas (=Übungen) nur ein kleiner Teil des Yoga. Yoga ist eine Lebensphilosophie, die alle Ebenen des menschlichen Seins anspricht. Eine der heute wichtigsten Schriften des Yoga sind die Yoga Sutra des Patanjali. Diese beschreiben wie man Körper, Geist und Seele in Einklang bringen kann. Das höchste Ziel ist die Selbstverwirklichung – also uns Selbst zu erkennen und wirken zu lassen und dabei einen Zustand zu erreichen der frei von geistigen und körperlichen Leiden ist und dabei unseren Lebenssinn zu verstehen.

    Der Ayurveda ist eine Schwester-Disziplin des Yoga. Der Ayurveda bedeutet für viele Entspannung und Wellness. Dabei ist er viel mehr: Er ist ein ganzheitliches Gesundheitssystem mit dem Fokus auf Prävention von Erkrankungen und einem langen gesunden Leben – also das, was heute als Longevity (=Langlebigkeit) bezeichnet und teuer verkauft wird. Der Berührungspunkt des Yoga und des Ayurveda ist die Elemente-Lehre, der sog. Doshas (Vata, Pitta, Kapha). Diese drei Doshas werden aus den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther gebildet und bestimmen die individuelle Konstitution und Gesundheit eines Menschen. Insbesondere in der Hatha Yoga Pradipika (ebenfalls eine wichtige Schrift) werden ausführlich die Wirkungen verschiedener Asanas auf die Doshas, dem Verdauungsfeuer Agni und bestimmte Krankheiten beschrieben, wobei Ernährungsempfehlungen eine wichtige Rolle spielen.

    Ein sehr bekanntes Zitat im Ayurveda bringt die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit auf den Punkt: „Bei falscher Ernährung nützt Medizin nichts; bei richtiger Ernährung braucht man keine Medizin“ .

    Dies bedeutet, dass alles was wir jeden Tag essen und wie wir es essen einen großen Einfluss darauf hat, ob wir unseren Körper schwächen und letztlich krank werden oder ihn stärken und nähren und bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben.

    Das Heilige Basilikum (botanischer Name: Ocimum sanctum)

    Ein wesentlicher Bestandteil des Ayurveda ist eine umfassende Pflanzenheilkunde, in der das Heilige Basilikum eine wesentliche Rolle spielt.

    Das Heilige Basilikum wird auch als indisches Basilikum, Königsbasilikum oder einfach als Tulsi-Basilikum (Sanskrit: Tulasi) bezeichnet. Das Tulsi-Basilikum gehört zur Familie der Lippenblütler und ist mit unserem beliebten Genovese Basilikum verwand. Diese Pflanze hat allerdings einen etwas anderen Geschmack als das uns hier bekannte Basilikum. Der Geschmack kann mit würzig-süß beschrieben werden. Es ist eine sehr aromatische, krautige Pflanze, die bis zu einem Meter groß werden kann und in warmen Regionen Indiens gut gedeiht. Es gibt sie als Weißes Tulsi (Shweta Tulsi) und Schwarzes Tulsi (Krushna Tulsi) und ist als Gartenpflanze dort sehr beliebt, weil sie sehr gut Mücken abwehrt.

    Im Ayurveda wird Tulsi zur Förderung der Verdauung und zum Schutz der Leber verwendet. Tulsi-Basilikum hat eine kräftigende Wirkung auf die Atemwege und wirkt erwärmend und schleimlösend im Brustbereich und stärkt hier die Immunkraft. Insbesondere hilft er bei Husten, Erkältungen und Atemwegsbeschwerden. Außerdem hilft er beim Stressabbau und verbessert die mentale Leistungsfähigkeit.

    Verwendung

    Im Ayurveda wird Tulsi als Blättersaft oder Tee verwendet. Ich persönlich verwende ihn im Winter als Tee. Dazu nehme ich 3- 4 Gramm getrocknete Blätter und gieße mir hieraus einen Tee auf.

    Anbau von Tulsi-Basilikum in unseren Breiten

    Mittlerweile gibt es auch hier bei uns viele Anbieter, die Tee aus Tulsi-Basilikum verkaufen. Der Kilopreis liegt je nach Qualität zwischen 50,00 und 95,00 Euro. Bei diesem Preis lohnt es sich Tulsi-Basilikum im Garten oder Balkon selber anzubauen. Biologisches Saatgut bekommt man unteranderem bei Bingenheimer Saatgut, Dreschflegel, Biogartenladen usw.

    Tulsi-Basilikum ist im Gegensatz zum westlichen Basilikum mehrjährig, aber nicht winterhart. Er hat einen leicht rötlichen Stiel, an dem gegenständig dunkelgrüne Laubblätter, die eine gesägte Form haben, wachsen. Diese haben feine Drüsenhaare, du auf dem Bild unten gut zu erkennen sind und spitz zulaufen. Wie auch unserer Basilikum bildet der Tusli-Basilikum endständige Blütenstände aus, die zwischen 6 cm und 8 cm lang werden können. Diese Blüten verströmen eine frischen krautig-pfeffrigen Duft, der an Gewürznelken erinnert und damit ein wahres Bienen- und Hummelmagnet sind.

    Voranzucht

    Für mich hat es sich bewährt Basilikum bereits ab Februar in die Voranzucht zu bringen. Wie auch der europäische Basilikum ist der Tulsi-Basilikum ein Lichtkeimer. Seine optimale Keimtemperatur liegt bei ca. 20 Grad Celsius, weshalb er zum Keimen in einem Mini-Gewächshaus auf einer Wärmematte und unter Vollspektrum-Pflanzenleuchten steht. Wichtig ist, dass er gut feucht- aber nicht zu nass gehalten wird. Nach ca. 20 Tagen keimen die Samen und ich pikiere sie in kleine Quickpottplatten, wenn sie mindestens das 2-Blattstadium erreicht haben. Dafür nehme ich etwas nährstoffreicheres Substrat und gieße die Jungpflanzen mit Effektiven Mikroorganismen an.

    Auspflanzen

    Da das Tulsi-Basilikum frostempfindlich ist, setzte ich es erst nach den Eisheiligen in den Garten. In diesem Jahr habe ich es sowohl ins Hochbeet als auch als Unterbepflanzung bei der Aubergine und Paprika gepflanzt. Der Standort sollte sonnig und windgeschützt sein, der Boden nährstoffreich und luftig-locker. Hierfür kann gut abgelagerter Kompost verwendet werden. Der ph-Wert des Bodens sollte im Normalbereich liegen.

    Pflege

    Generell benötigt das Tusli-Basilikum wenig Pflege. Nur wenn es sehr heiße Sommer sind, muss darauf geachtet werden, dass er nie vollständig austrocknet, so dass regelmäßige kleine Wassergaben erforderlich sind. Zu beachten ist, dass keine Staunässe entsteht.

    Tulsi-Basilikum gehört zu den Kräutern mit einem höheren Nährstoffbedarf, so dass er für gelegentliche Düngergaben sehr dankbar ist. Ich verwende hierfür einmal pro Woche meinen Bokashi-Saft-Dünger in einer Dosierung von ca. 50 ml auf 10 l Wasser, was bisher gut funktioniert.

    In diesem Jahr habe ich bereits Anfang Juli zum ersten Mal den Tulsi-Basilikum beerntet, in dem ich den Stängel unterhalb der obersten Blattpaare abgeschnitten habe. Damit rege ich gleichzeitig die Verzweigung der Pflanze an, so dass sie buschiger wird. Ältere Pflanzen, die 2-3 Jahre alt sind, brauchen nicht mehr beschnitten zu werden. Allerdings ist es mir bisher nicht gelungen, das Tulsi-Basilikum unbeschadet über den Winter zu bringen, weil einfach die passende Räumlichkeit dafür nicht vorhanden ist. Hierfür benötigt es einen hellen und zwischen 15 bis 20 Grad Celsius warmen Raum.

    Tulsi-Basilikum, Heilpflanze
    Tulsi-Basilikum im Hochbeet

    Ernte und Verarbeitung

    Sowohl das Kraut als auch die Blüten verwende ich in Küche als Gewürz, Pesto oder Tee. Um Tee bzw. Gewürz herzustellen ernte ich sowohl die Blätter als auch die Blüten, wasche sie in kaltem Wasser gut ab, schleudere sie trocken und lege sie für 22- 24 Stunden bei 35 -40 Grad in den Dörrautomat zum trocknen. Im Backofen funktioniert das auch, aber hier ist die Temperatur höher und die Blätter werden dadurch bräunlich, was nicht so schön aussieht. Die Blätter und Blüten sind perfekt trocken, wenn ich zwischen den Händen gut rebbeln kann. Für den Tee zerreibe ich die Blätter nicht ganz so stark, wir fürs Gewürz. Ich lagere den Tee in Gläsern im Keller.

    Das Pesto stelle ich ganz klassisch wie mit unserem europäischen Basilikum her.

    Wenn man ein sog. Pitta-Typ ist wie ich, ist es kontraproduktiv den Tee im Sommer zu trinken, weil er die Hitze in der Konstitution noch mehr befeuert. Ich bevorzuge den Tee eher in der kälteren Jahreszeit, wo er mich besser unterstützen kann. Für Vata und Kapha-Typen kann der Tulsi Tee auch im Sommer für einen Ausgleich sorgen.

    Nährwerte

    Das Tulsi-Basilikum kann als echtes Power-Food bezeichnet werden. Es enthält viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Insbesondere die frischen Blätter liefern unserem Körper alles was er zur Gesunderhaltung benötigt:

    • Vitamine:
      • Vitamin A (Carotin): 2,5 mg/100g
      • Vitamin C: 85 mg/100g
    • Mineralstoffe:
      • Calcium: 0,5-3,5 mg/100g je nach Bodenbeschaffenheit
      • Magnesium
      • Phospor
      • Kalium
      • Eisen,
      • Zink
      • Mangan (Spurenelement)
      • Natrium (Spurenelement)
    • Sekundäre Pflanzenstoffe: Eugenol, Rosmarinsäure, Osimumoside
    • Fett: 800 mg/100g
    • Kohlenhydrate: 5.100 mg/100g
    • Eiweiß: 3.100 mg/100g
    • Kalorien: 22/100g

    Wie Tulsi-Basilikum unsere Gesundheit unterstützen kann

    • Tusli-Basilikum ist ein natürliches Kraut dass eine Anti-Stress-Wirkung hat und beim Entspannen hilft.
    • Aufgrund der hohen Dichte an Antioxidantien verbessert es die Verdauung, spült Giftstoffe aus dem Körper und reinigt den Magen. Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe unterstützt es auch die Leberfunktion.
    • Tulsi-Basilikum aktiviert den Stoffwechsel, steigert die Fettverbrennung und kann die Gewichtsreduktion unterstützen.
    • In einigen Quellen in sog. Mini-Studien, wird dem Tulsi-Basilikum Blutzucker senkende Eigenschaft zugeschrieben, da diese die Funktion der Betazellen der Bauchspeicheldrüse und die Insulinausschüttung verbessern sollen. Hierfür gibt es allerdings keine qualitativ hochwertige Studien, die diese These bestätigen.
    • Aufgrund der antimikrobiellen Wirkung der Pflanzenblätter können Bakterien im Mund bekämpft werden, was die Entstehung von Karies verhindern kann.

    Welche Nebenwirkungen kann Tulsi-Basilikum haben?

    Wie bei so vielen macht auch beim Tulsi-Basilikum die Dosis das Gift:

    • Eugenol ist ein Phenylpropanoid, das für den intensiven Geruch nach Gewürznelken verantwortlich ist. Es wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Gleichzeitig hat es toxische Eigenschaften, so dass wenn es überdosiert wird (ab 10 Milliliter beim Erwachsenen) zu einer Vergiftung mit Leber-, Magen-, Darmschäden kommen kann. Dies sollte aber bei der Verwendung einiger weniger Blätter des Basilikums kaum erreichbar sein.
    • bei übermäßigen Konsum kann es zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen; Diabetiker sollten hier etwas vorsichtig sein.
    • auch Schwangere sollten sparsam damit umgehen, weil Tulsi zu verstärkten Gebärmutterkontraktionen, Probleme während der Wehen oder der Menstruation nach der Schwangerschaft verursachen kann.
    • Tulsi könnte auch eine blutverdünnende Wirkung haben, weshalb Menschen, die Thrombozytenaggregationshemmer oder gerinnungshemmende Medikamente nehmen müssen, das Risiko für Blutungen erhöhen können und daher vorher ihren Arzt fragen sollten.

    In jedem Fall finde ich, dass das Tulsi-Basilikum in keinem Garten fehlen sollte. Alleine der Tatsache geschuldet, dass es eine wahre Freude ist, zu beobachten, wie verschiedene Bienenarten diese Pflanzen besuchen. Darüber hinaus ist es eine Bereicherung für die Küche und unserer Gesundheit.
    Wenn man abends auf der Terrasse sitzt kann uns die Pflanze auch helfen: Eine Pflanzschale mit Tulsi-Basilikum auf dem Gartentisch sorgt dafür, dass die lästigen Mücken einen nicht zu sehr ärgern.

    Hast du Tulsi-Basilikum auch in deinem Garten stehen oder ihn bereits als Tee getrunken? Wie sind deine Erfahrungen damit? Dann lasse mir gerne einen Kommentar und ein Like da.

  • Effektive Mikroorganismen

    Effektive Mikroorganismen

    In diesem Beitrag geht es um meine Erfahrungen bei der Herstellung, den Einsatz und die Wirkung von Effektiven Mikroorganismen.

    Als wir in 2017 unser Zechenhäuschen eingezogen sind, war der Boden regelrecht tot. Mein Ziel war es einen kleinen Selbstversorgergarten zu schaffen, um uns vital- und nährstoffreich mit eigenen Gemüse zu versorgen. Der Garten bestand aus einer Rasenfläche, die wahrscheinlich regelmäßig mit synthetischen Dünger gefüttert wurde. Beim Anlegen der Beete waren selbst Regenwürmer eine Rarität. Der Boden war sehr lehmig und stark verdichtet. Beim Anlegen der Beete haben wir erstmal eimerweise Pferdemist in den Boden eingearbeitet und das ganze mit Effektiven Mikroorganismen getränkt. Bereits nach einem Jahr hatte sich die Bodenqualität deutlich verbessert. Das überzeugte mich und seitdem sind Effektive Mikroorganismen aus unserer Garten- und Pflanzenpflege nicht mehr wegzudenken.

    Auch im Haushalt finden die Effektiven Mikroorganismen ihren Einsatzbereich: beim Gießen der Zimmerpflanzen und als umweltfreundliches Putzmittel für glatte Oberflächen.

    1. Was sind effektive Mikroorganismen?
    2. Was ist der Unterschied zwischen EM und EMa?
    3. Wie wirken Effektive Mikroorganismen?
    4. Wer hat die Effektiven Mikroorganismen entdeckt?
    5. Wie können effektive Mikroorganismen eingesetzt werden?
    6. Welche Effekte haben effektive Mikroorganismen?
      1. Im Garten:
      2. Im Haushalt:
    7. Dosierung der Effektiven Mikroorganismen
      1. Im Garten:
      2. Haushalt und PKW-Reinigung:
    8. Eigene Herstellung
    9. Kostenvergleich Eigene Herstellung/Kauf
      1. Kosten bei Kauf von aktivierten Effektiven Mikroorganismen (EMa)
      2. Kosten eigene Herstellung EMa
    10. Kritik und Bedenken

    Was sind effektive Mikroorganismen?

    Effektive Mikroorganismen EMa
    Effektive Mikroorganismen EMa

    Mikroorganismen sind winzige Lebewesen, die in unserer Umwelt existieren und an vielen biologischen Prozessen beteiligt sind.

    Generell sollte ein Gleichgewicht zwischen verschiedenen Bakteriengruppen bestehen. Man unterscheidet hier drei Gruppen:

    1. Aufbauende Bakterien (EM-Lösung initiiert hauptsächlich Milchsäurebakterien)
    2. Krankheits- und fäulniserregende Bakterien (diese wollen wir nicht haben)
    3. Neutrale Bakterien  (überwiegend im Boden) und schließen sich nach Bedarf den beiden anderen Gruppen an

    Bei den effektiven Mikroorganismen handelt sich sich um gezielte Zusammensetzung verschiedener Mikroorganismen. Diese werden als registrierter Warenname unter dem Handelsbegriffe „Effektiven Mikroorganismen bzw. EM“ vermarktet. Bei den effektiven Mikroorganismen handelt es sich um eine Mischung aus aeroben und anaeroben Mikroorganismen, die in Form von Photosythesebakterien, Milchsäurebakterien und Hefen auftreten.

    • Photosynthesebakterien sind in der Lage anaerob, d. h. ohne Sauerstoff, Photosynthese durchzuführen.
    • Milchsäurebakterien gehören ebenfalls zu den anaeroben Bakterien, die Kohlenhydrate zu Milchsäure abbauen. Diese Bakterien befinden sich unter anderem auch in unserem Verdauungstrakt. In unserer Ernährung finden wir sie in Kimchi, Sauerkraut, Kefir, Joghurt, Sauerteig, Käse usw., wo sie einen wichtigen Beitrag zur Darmgesundheit leisten.
      Allerdings gibt es auch Krankheitserreger in dieser Kategorie wie z. B. die Streptokokken.
    • Hefen sind bei der Fermentation von organischen Prozessen beteiligt. Durch sie enthält z. B. unser Sauerkraut viele gute Enzyme und zusätzliche Vitamine. Die Hefen unterstützen in der gleichen Art bei den Pflanzen die Nährstoffaufnahme.

    Was ist der Unterschied zwischen EM und EMa?

    Im Handel werden die Effektiven Mikroorganismen als EM 1 und EMa angeboten. EM 1 ist die sog. Urlösung. Diese Mikroorganismen lassen sich vermehren. EMa bedeutet, Effektive Mikroorganismen aktiviert; diese lassen sich nicht weiter vermehren.

    Wie wirken Effektive Mikroorganismen?

    Es werden zwei Wirkprinzipien bei den Effektiven Mikroorganismen unterschieden:

    1. Dominanzprinzip Wie oben bereits erwähnt gibt es die aufbauenden Bakterien, die krankheits- und fäulniserregende Bakterien und die neutrale Gruppe der Bakterien. Die Zusammensetzung der Effektiven Mikroorganismen unterstützt die Bildung der aufbauenden Mikroorganismen und sorgt dafür, dass die neutrale Gruppe ebenfalls zu aufbauenden Mikroorganismen wird und die krankheits- und fäulniserregende Bakterien eingedämmt werden.
    2. Fermentationsprinzip
      Aufgrund der Zusammensetzung der Effektiven Mikroorganismen wird die Gärung der organischen Stoffe im Rahmen des Fermentationsprozesses schneller in Gang gesetzt. Dies haben wir insbesondere in unserem Kompost festgestellt. Wir arbeiten seit Jahren mit Bokashi (hierzu kommt in Kürze ein weitere Beitrag). Der Bokashi, der in den Kompost geht, wird viel schneller zu guter Komposterde mit sehr viel Bodenlebewesen als der Kompost ohne Effektiven Mikroorganismen.

    Wer hat die Effektiven Mikroorganismen entdeckt?

    Mitte der 80ger Jahre hat der japanische Professor für Gartenbau Teruo Higa das Konzept der Effektiven Mikroorganismen bekannt gemacht. Sein Forschungsgebiet waren unter anderem Mikroorganismen, wobei er feststellte, dass diese in ihrer Symbiose positive Auswirkungen auf den Boden und Pflanzen hatten.

    Wie können effektive Mikroorganismen eingesetzt werden?

    • Bokashi: Organische Lebensmittelreste werden in einem luftdichten Behälter gesammelt, schichtweise mit Effektiven Mirkroorganismen besprüht und zusätzlich mit Urgesteinsmehl und Pflanzkohle angereichert. (Ein Beitrag hierzu folgt demnächst)
    • Hühnerstall: Zur Verringerung der Geruchsbildung durch Einsprühen des Stalls, Sitzstangen, Nestern, Einstreu
    • Pferdepflege: Futterzusatz, Fellpflege, Hufpflege, Huferkrankungen, Stallpflege
    • Garten: Bodenverbesserung, Kompostierung, Blattspritzungen, Gießwasser, Natürlicher Pflanzenschutz
    • Haushalt: Reinigung, Luftverbesserung, Geruchsreduzierung

    Welche Effekte haben effektive Mikroorganismen?

    Im Garten:

    • gilt als Bodenaktivator
    • besseres Bodenlebewesen
    • Erleichtert die Humusbildung
    • gesündere und widerstandsfähigere Pflanzen
    • Boden wird lockerer
    • Pflanzen können Nährstoffe besser aufnehmen, so dass das Gemüse einen höheren Anteil an Vitalstoffen und Mineralien enthält
    • Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, diese kommen nur im schlimmsten Ausnahmefall zum Einsatz
    • Fördern Nützlinge wie: Marienkäfer, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Regenwürmer, Kompostwürmer

    Im Haushalt:

    • Nach dem Staubputzen staubt es nicht mehr so stark nach so dass ich weniger Putzaufwand habe
    • beseitigt Ablagerungen
    • energetisiert Wasser
    • entgiftet toxische Ausdünstungen
    • Weniger schädliche Substanzen in Reinigungsmittel
    • Verbesserung des Raumklimas
    • Fellpflege bei Katze und Hund

    Dosierung der Effektiven Mikroorganismen

    Im Garten:

    • Starkzehrer wie Kohlarten, Tomaten, Brokkoli, Kartoffeln, Sellerie:
      alle 2-4 Wochen 200 ml EMa auf 10 l Wasser
    • Mittel- und Schwachzehrer wie Salate, Radieschen, Zwiebeln, Bohnen, Erbsen, Kräuter:
      alle 4 Wochen 200 ml EMa auf 10 l Wasser
    • Hühnerstall: 30 bis 40 ml EM1 / 1 l Wasser einnebeln

    Haushalt und PKW-Reinigung:

    • Reinigen von Oberflächen:
      Putzwasser: 10 ml EM1 je 5 l Wasser
      Sprühlösung: 20 ml EM1 je 1 l Wasser
      15 Min. Einwirkzeit einhalten
    • Kühlschrank innen:
      40 ml. EM1 je 1 l Wasser

    Eigene Herstellung

    Wo ich die benötigten Materialien gekauft habe, kannst du auf meiner Empfehlungsseite nachlesen.

    Für die eigene Herstellung von 10 l EMa benötigt man:

    Zutaten Herstellung Effektiver Mikroorganismen
    Zutaten Herstellung Effektiver Mikroorganismen
    • 10 l Fermenter, der sich luftdicht abschließen lässt
    • Heizstab, der eine Temperatur zwischen 35 und 40 Grad erzeugen kann
    • 300 ml Melasse
    • 300 ml EM1
    • Fermenter mit warmen Wasser bis zur Hälfte füllen,
      Melasse im warmen Wasser vollständig auflösen und mit in den Fermenter geben
    • den Fermenter mit kaltem Wasser auffüllen, bis
      Temperatur hier zwischen 35 und 40 Grad erreicht, nicht wärmer, weil dadurch die Mikroorganismen abgetötet werden
      EM1 hinzufügen und auf Temperatur achten
      Heizstab auf 34 Grad einstellen und anschließen
      Fermenter für 7 -10 Tage an einen warmen Platz ohne große Temperaturschwankungen stehen lassen
      Fertig wenn PH-Wert unter 3,6 liegt
    • ich fülle ihn in 1-Liter-Apothekenflaschen (braun) um und stelle sie in den Keller
    • Es wird eine Haltbarkeit von 2 Wochen genannt, danach soll die Wirksamkeit abnehmen

    Kostenvergleich Eigene Herstellung/Kauf

    Kosten bei Kauf von aktivierten Effektiven Mikroorganismen (EMa)

    1 l EMa kostet zwischen 4,00 € und 7,60 € (Durchschnitt: 5,80 €/l)
    5 l EMa kosten ca. 22 € entspricht: 4,40 €/l
    25 l EMa kosten ca. 67 € entspricht: 2,68 €/l

    Kosten eigene Herstellung EMa

    Einmalige Kosten für Starter-Set: ca. 120 €
    beinhaltet: 10-l Fermenter, Heizstab, 1,3 kg Vollrohrzuckermelasse, 1 l EM1, PH-Teststreifen

    Ermittlung Liter-Preis auf Basis der Amazon-Preise:
    EM1 Urlösung: 35,49 €/ l
    1,3 kg Bio-Zuckerrohrmelasse 12,86 €

    1 Liter EM1 + 1,3 kg Zuckerrohrmelasse ergibt ca. 30 Liter EMa = 48,35 €
    dies entspricht einen Liter-Preis von 1,61 €/l

    Ausgehend davon, dass das Starter-Set ohne EM1 und Melasse 71,65 € kostet, würde man nach 17 EMa-Herstellungen (5,80€ – 1,61 € =4,19 €; 71,65 € /4,19€ = 17,1 Liter) den Break-Even-Punkt erreicht haben. Also nach dem 2. Herstellungsprozess hat sich das Starter-Set bezahlt gemacht.

    Kritik und Bedenken

    In verschiedenen wissenschaftlichen Studien konnten keine eindeutigen Beweise für die Wirksamkeit gefunden werden, wie z. B. : No effect on biological or chemical Soil prperties when amended with effective microorganismus for improved cover drop Dekomposition; Simon Oberholzer, Christa Herrmann, Natacha Bodenhausen et al. in: Applied Soil Ecology, 197 (2024)

    Die Erfahrungen, die ich mit den Effektiven Mikroorganismen gemacht haben waren in jeder Hinsicht positiv. Die Pflanzen waren vitaler, gesünder, haben mehr Ertrag gebracht und insbesondere die Tomaten waren weniger Anfällig für die Kraut- und Braunfäule.

    Die Anwendung im Hühnerstall führt dazu, dass der Geruch gebunden wird und wir dadurch weniger Fliegen im Stall haben.

    Der Kompost in Verbindung mit dem Bokashi wird deutlich schneller zu Komposterde umgesetzt und das Bodenlebewesen in den Beeten – sowohl in den normalen als auch in den Hochbeeten hat sich positiv entwickelt. Wir haben viele verschiedene Nützlinge und manchmal sogar seltenere Insekten im Garten.

    Ich persönlich verwende die EMa auch noch nach den 14 Tagen manchmal sogar bis zu 2 Monaten, dann habe ich die 10 Flaschen auch aufgebraucht. Gerade im Frühjahr bin ich da etwas großzügiger, gerade auch bei den Kübeln, die keinen direkten Bodenkontakt haben.

    Letztlich sollte man diesem System offen gegenüberstehen und beobachten was da passiert und wie es wirkt. Ich werde darauf keines Falls verzichten wollen.

    Wie sind Deine Erfahrungen mit Effektiven Mikroorganismen? Wie und wo verwendest du sie? Lass uns die Erfahrungen im Kommentar austauschen.

    Liebe Grüße

    Reina Christina

  • Das Gartenjahr 2020 – ein Rückblick-

    Das Gartenjahr 2020 – ein Rückblick-

    Das Jahr 2020 war in jeder Hinsicht nicht einfach. Bedingt durch den Corona-Wahnsinn musste man etliche Einschränkungen und Vorgaben beachten. Insbesondere bezüglich des Zeitmanagements wurde es sehr anspruchsvoll. Die Zeiten, an denen ich am Stall sein musste wegen der Medikation meines Stütchens und auch durfte – aufgrund der Personenbeschränkungen am Stall- waren eng gesteckt und arteten teilweise in Stress aus. Erst zum Sommer hin wurde es entspannter.

    Dennoch entwickelte sich unser Garten weiter in Richtung eines kleinen Selbstversorgungsgarten.

    Der Vorgarten

    Nachdem ich die Buschbohnen im Herbst 2019 endgültig abgeerntet hatte, setzte ich die ersten Erdbeeren. Der Boden war durch die Bohnen gelockert und gut mit Stickstoff vorbereitet. Die Erdbeeren wuchsen schon bereits auf unseren Balkon in unserer alten Wohnung und da es nur wenige waren, pflanzten wir diese direkt in die Hohlsteine zum Nachbarsgarten. Bereits im ersten Jahr brachten diese Ableger hervor, die ich vorerst ebenfalls nur in Kästen gepflanzt hatte. Zusammen mit diesen Ablegern und die den Ablegern von den Erdbeeren in den Hohlsteinen konnte ich das Beet entlang des Eingangs gut damit füllen. Da noch Lücken waren setzte ich Knoblauch dazwischen.

    Die im Vorjahr gepflanzten Rosen sind ebenfalls gut angewachsen und entwickeln sich gut.

    Die Kletterhortensie und die Clematis sind beide gut angewachsen und entwickeln sich prächtig. Um etwas mehr Farbe ins Beet zu bringen, säte ich Fingerhut aus, der sich super schön vor der Kletterhortensie und der Clematis in Szene setzte.

    Da dem Holunder eine schützende Eigenschaft zugeschrieben wird, sollt ein Holunderstrauch im Garten nicht fehlen. Bei der Holunderernte im letzen Jahr, nahm ich einige Stöckchen mit, um aus ihnen Holunderstecklinge zu ziehen. Einer von ihnen hat es geschafft und ist in den Vorgarten eingezogen.

    Auch die Pflanzen im Duftgarten entwickeln sich sehr gut und ich konnte den ersten Waldmeister und Bärlauch ernten.

    Im Vorgartenbeet wurden Dicke Bohnen, Mangold, Kohlrabi, Salate und Rote Beete und Zwiebeln angebaut. Hier konnte ich gute Erträge erzielen, und wir haben den ganzen Sommer gut von unseren selbst angepflanzten Gemüse leben können. Auch die Erdbeerernte fiel üppig aus und wir konnten unsere erste eigene Erdbeermarmelade einkochen. Die Knoblauchernte überraschte, zwar sind die Knollen nicht sehr groß geworden, aber die meisten sind gut gewachsen und wir konnten bis zum nächsten Frühjahr unseren eigenen Knoblauch essen.

    Der Hausgarten

    Im Hausgarten hat sich auch wieder einiges getan: Die Kletterrose ist gut angewachsen und der Winterjasmin wuchert die Mauer gut zu. Sowohl die Himbeeren als auch die Stachelbeeren sind gut angewachsen und haben einen guten Ertrag gebracht. Der Sommer letzte Sommer war ziemlich heiß und die Steinmauer hat viel von der Hitze gespeichert und abgestrahlt, so dass der Aufenthalt auf der Terrasse eher einem „Ausgebrütet werden“ entsprach. Daher hatten wir im Herbst eine Weinrebe gesetzt, die gut angewachsen ist. Auch das Tomatenhaus erfüllt voll und ganz seinen Zweck: im Sommer als Witterungsschutz für die Tomaten und im Winter zum Anbau der Wintersalate.

    Nicht Alles lief nach Plan

    Allerdings bei der Anzucht der Jungpflanzen lief es nicht wirklich gut. Gurken, Kürbisse, Zucchini wollten nicht keimen, obwohl es neues Saatgut war. Auch die Tomaten und Bohnen wollten anfangs nicht so richtig keimen. Als es dann doch irgendwann klappte und die Pflänzchen in die Erde kamen, waren auch schon die Schnecken und Ohrenkneifer hoch aktiv und fraßen uns die Jungpflanzen teilweise in einer Nacht weg. Wer mich kennt weiß, dass aufgeben keine Option ist. Also nochmals nachziehen… dann lief es doch besser als erwartet.

    Aber seht in dem Video selbst:

    Wie ist euer Gartenjahr 2020 gewesen?

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