In diesem Beitrag geht es um das Vorkommen, den Anbau, Ernte und den gesundheitlichen Nutzen von Bärlauch.
- Vorkommen von Bärlauch
- Aussehen der Pflanze
- Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen
- Anbau und Ernte von Bärlauch im Garten
- Warum ist Bärlauch für unsere Gesundheit so wertvoll?
Vorkommen von Bärlauch
Natürlicher Weise wächst der Bärlauch in schattigen Laubwäldern mit nährstoffreichem, humosen Boden. Als Lauchgewächs steht in enger Verwandtschaft mit der Zwiebel, dem Schnittlauch, und dem Knoblauch und gehört zu den Gewürz- und Heilpflanzen. Den Bärlauch gibt es nur für einen kurzen Zeitraum – also zwischen Mitte März bis zum Aufbrechen der kleinen sternförmigen Blüten.

Aussehen der Pflanze
Der Austrieb der lanzettförmige Blätter erfolgt direkt einzelnen aus den kleinen Zwiebeln. Der Bärlauch hat nur wenige Blattadern und seine Blattunterseite ist matt. Gegen Ende der Wachstumsphase bildet die krautige Pflanze kleine sternförmige Blüten, die auch essbar sind. Bärlauchblätter riechen nach Knoblauch, wenn man sie zerreibt.
Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen
Wenn man Bärlauch selber sammeln möchte, muss man auch die hochgiftigen Doppelgänger des Barlauchs kennen und sicher unterscheiden können. Ein Fehler bei der Bestimmung kann zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod durch Organversagen kommen. Dies sind:
- Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Anders als beim Bärlauch, umschließen die paarweise wachsenden Blätter des Maiglöckchens den Blütenstengel. Ein weiteres Merkmal ist, dass Maiglöckchen sehr dicht beieinander verlaufende Blattadern hat und die Blattunterseite glänzt. Die Maiglöckchen haben einen neutralen Geruch. - Herbstzeitlose (Cholchicum autumnale)
Das Unterscheidungsmerkmal der Herbstzeitlose ist das rosettenförmige Blattwachstum, ohne dass ein Stengel gebildet wird. Sowohl die Blattober- als auch die Blattunterseite sind grün glänzend. Auch die Herbstzeitlose hat einen neutralen Geruch. - Aronstab (Arum)
Als Jungpflanze, direkt nach ihrem Austrieb, kann der Aronstab mit dem Bärlauch verwechselt werden. Die Blätter des Aronstabs sind pfeilförmig und spätestens nachdem der Aronstab seinen Blütenkolben und die roten Beeren ausgebildet hat, ist er als solcher deutlich zu erkennen.
Anbau und Ernte von Bärlauch im Garten
Wie viele anderen Kräuter gehört auch der Bärlauch zu unseren Küchenkräuter, die auch als Heilpflanzen gelten und daher einen Platz im Garten verdienen.
Die Voranzucht erfolgt zwischen Dezember und Januar. Da der Bärlauch gute Anbaubedingungen und eine lange Keimzeit benötigt, ist es einfacherer ab März ein paar vorgezogene Pflanzen zu erwerben und diese an die gewünschte Stelle zu pflanzen.
Wie oben bereits schon erwähnt benötigt er einen schattigen, kühlen Platz, gerne in einer dunklen Ecke oder unter Bäumen und und Sträuchern. Ich habe unseren Bärlauch im halbschattigen Vorgarten unter Salbei, Rosmarin und einer Rispenhortensie gepflanzt. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis er dort wirklich heimisch wurde und uns im Frühjahr 2025 erstmalig eine reichliche Ernte bescherte.
Da unser Boden sehr schwer und lehmig war, hatten wir diesen mit Sand aufgelockert und ordentlich Pferdemist eingearbeitet. Wir hatten 5 oder 6 Jungpflanzen (mehr war zum Pflanzzeitpunkt nicht zu bekommen) 10 cm tief in die gesetzt und gehofft, dass diese gut anwachsen. Um die Vermehrung der Pflanzen habe ich mich nicht selber gekümmert. Mit jedem Jahr sind die Zwiebelhorste größer geworden.
Bärlauch kann auch im Kübel z. B. unter Obstbäumchen angebaut werden, wobei aber auf ausreichend Platz (15 cm von Pflanze zu Pflanze) zu achten ist.
Allerdings muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sich der Bärlauch ab Juni beginnt zurück zu ziehen, indem seine Blätter braun werden und langsam verschwinden.
Pflege
In Trockenphasen und sehr heißen Sommern muss regelmäßig gegossen werden. Zwischendurch kann er auch etwas organischen Dünger gebrauchen.
Zum Herbst hin, wenn der Lavendel geschnitten und ich das Kräuterbeet erstmalig aufräume arbeite ich etwas Kompost in die Erde mit ein. Generell mulche ich den Bereich mit Rindenmulch ab. Dadurch wird verhindert, dass der Boden zu stark austrocknet und ich nicht so oft gießen muss und dadurch der Bärlauch vielleicht ein wenig Wald-Feeling hat, ;-)
Der Bärlauch ist winterhart. Nur im Kübel muss man ihn ein wenig schützen, damit er nicht durchfriert.
Ernte
Die Erntezeit ist zwischen März und April. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Bärlauch bis zur Blüte am aromatischsten schmeckt. Danach verliert er sein Aroma. Auch seine Blüten sind essbar und haben sogar einen etwas intensiveren Knoblauchgeschmack.

In den ersten ein bis zwei Jahren nach der Pflanzung sollte man ihm nicht zuviele Blätter wegnehmen. Mal eins zum Naschen ist o.k. Er braucht die Blätter für die Photosynthese und für das Wachstum und die Vermehrung seiner Zwiebeln.
Beim Ernten habe ich von jeder Pflanze nur so viele Blätter genommen, dass noch 2 bis 3 übrig blieben.
Die Blätter des Barlauchs sollten möglichst frisch verzehrt oder verarbeitet werden. Mag sein, dass ich es mir einbilde, aber wenn man ihn direkt nach dem Schnitt isst, ist die ganze Energie der Pflanze zu spüren. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dass das, was gerade in der Natur wächst genau das ist, was unser Körper und unsere Gesundheit gerade braucht.
Um den Bärlauch auch im fortlaufenden Jahr genießen zu können, verarbeite ich ihn gerne zu Bärlauch-Pesto und /oder Bärlauchbutter. Die Rezepte dazu findest du im Rezept-Teil. Somit kann ich zur Grillparty im August zum Baguette Bärlauchbutter anbieten, was in dem Moment sogar was Besonderes ist.
Man kann Bärlauch auch frisch gehackt einfrieren. Meiner Meinung nach verliert er hier dennoch seinen Geschmack.
Nicht der Mühe wert ist das Trocknen des Bärlauchs. Zwar kann man damit eine Trockenwürze oder Bärlauchsalz herstellen, allerdings muss man sich da schon sehr anstrengen, um den Geschmack noch wahrzunehmen.
Warum ist Bärlauch für unsere Gesundheit so wertvoll?
Er ist reich reich an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle und dabei sehr kalorienarm. Auf 100 g Bärlauch kommen gerade mal 19 kcal.
In 100 Gramm Bärlauch sind durchschnittlich folgende für den menschlichen Organismus wichtigen Inhaltsstoffe enthalten:

Sekundäre Pflanzenstoffe: Sulfid und das daraus gebildete Allicin
- Vitamin B1 (Thiamin)
- Vitamin B3 (Niacin): 0,7 mg
- Vitamin B5 (Pantothensäure)
- Vitamin C: 150 mg
- Calcium: 76 mg
- Vitamin E: 0,25 mg
- Eisen
- Kalium: 336 mg
- Magnesium:. 22 mg
- Phosphor
Beim Sulfid handelt es sich um eine Schwefelverbindung, aus der das Allicin gebildet wird. Das Allicin wirkt antibakteriell und soll sich bei leichten Magen-Darm-Erkrankungen und generell positiv auf die Darmflora auswirken.
Bärlauch enthält mehr Vitamin C als eine Orange und unterstützt somit das Immunsystem. Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. In der TCM wird er als ideales Mittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit empfohlen. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe insbesondere seines hohen Kalium- und Magnesiumgehaltes kann er den Cholesterinspiegel senken und entspannend auf die Gefäßwände und somit blutdrucksenkend wirken. Daher eignet er sich zur Prävention von Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Aufgrund seiner ätherischen Öle und schwefelhaltigen Verbindungen (Allicin) ist er auch zum Frühjahrs-Detox geeignet, weil er den Körper unterstützt Schwermetalle auszuleiten und zu entgiften.
Hast auch du Bärlauch im Garten selber angebaut? Wie sind deine Erfahrungen? Wie verwendest du ihn in der Küche? Bitte schreib es mir in den Kommentaren.
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Hast Du noch Fragen und Anregungen, dann lasse es mich bitte wissen: